Opus NULL

Folge 2 - Herkunft hören? Zeitgenössische Musik zwischen Herkunft und Handschrift

Guy Speyers, Gerald Futscher Season 1 Episode 2

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In dieser Folge von Opus Null sprechen wir über zeitgenössische Musik und die Frage, ob man heute noch hören kann, woher ein Komponist oder eine Komponistin stammt. Während nationale Stile früher oft klar erkennbar waren, scheint Herkunft in einer global vernetzten Musikwelt weniger eindeutig – oder zeigt sich auf andere, subtilere Weise.


Ausgehend von eigenen Hörerfahrungen denken wir darüber nach, wie kulturelle Prägung, persönliche Biografie und individuelle Handschrift im Klang präsent bleiben können. Dabei wird diese Folge auch sehr persönlich: Wir erinnern an Gerold Amman und Rudi Spring, zwei Komponisten aus unserer unmittelbaren Umgebung, die nicht mehr leben, deren Musik und Wirkung aber weiterhin nachklingen.


Eine Folge über Zuhören, Nähe und Erinnerung – und über die Frage, was im Klang bleibt.


Opus Null – von Ensemble plus


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SPEAKER_01

Der Podcast von Ensemble mit Geispert und Gerald Future. Neue Musik, neue Perspektiven Themen unserer Welt. Das Strauss Family haben viel Geld verdient. Warum? Weil es das, was alle hören wollten. Ist das nicht richtig? War eine Frage von letzter Woche, dass jemand mich gefragt hat.

SPEAKER_00

Ja, ja, klar. Das war eine Mode, glaube ich. Oder diese Walzer, die sich da ausgeschrieben haben, das ist einfach, das war ein Hype, würde man heute sagen. Das war, komischerweise war es verpönt, also eine Bürgerstochter aus Wien, die durfte ja da eigentlich gar nicht hingehen. Weil das einen sehr schlechten Ruf gehabt hat, weil die da wild tanzen, der Walzer galt als ein wilder Tanz, auch sexuell aufgeladen offensichtlich. Und dadurch sind dann die Bürgerstöchter und so haben alle versucht, dorthin zu kommen, versteckt, dass die Väter das nicht mitkriegen, weil dann ums Hausarrest kriegt und so. Und das hat irgendwie so einen Hype ausgelöst. Und es war halt auch zu der Zeit natürlich Tanzmusik für Tanzmusik schon was sehr Lebendiges. Das muss man schon sagen. Und diese kleinen Besetzungen, die er doch eher dann hatte am Anfang mit diesen Wahlserabenden, das hat einen anderen Reiz wie so ein Zarter Orchesterklang. Dadurch war es für seine Zeit modern. Und durch dieses Tanzen auch hat das halt was ausgelöst.

SPEAKER_01

Aber es war eine Form von Unterhaltungsmusik, oder? Ob man das dann mit vergleicht man das schon mit der Popmusik von heute, oder ist das eher. Ja, würde ich schon. Kann man, glaube ich, wohl. Klar, das würde ich vergleichen. Da war es sonst nichts anderes außer Volksmusik oder so zu der Zeit, oder? So, ja. Ja, ich sehe das auch als Antwort irgendwie so. Filmmusik gibt es immer noch ein paar wenige gute Komponisten, die die breite Masse erreichen und gut davon leben. Ist diese Musik nicht ein gesellschaftlicher Spiegel, der den Wunsch nach einer gewissen Rückkehr ausdruckt?

SPEAKER_00

Nein, das glaube ich nicht. Das glaube ich gar nicht. Und zwar, die Filmmusik ist hier ganz unterschiedlich, was wir für Filme hören, anschauen und die Filmmusik dazu hören. Meistens ist es bei uns in den Kinos oder so, kommen die großen Produktionen aus Amerika. Und dort ist es natürlich pure Unterhaltung. Also amerikanisches Kino, die schauen auf Verkaufszahlen, ist klar, die investieren so viel Geld in dieses Ding, dass die Musik so sein muss, dass sie einen breiten Publikumsgeschmack trifft. Und das sind ja nicht Filme wie Arthouse-Filme oder solche Hintergrund. Und dort haben wir dann plötzlich ganz andere Musik. Und dort sieht man, oder selbst in Krimis, staune ich oft, was für tolle Filmmusik da kommt, auch aus Deutschland. Die trauen sich zum Beispiel sehr fast schon avantgardistisch manchmal reinzugehen und stört überhaupt niemand, weil es der Spannung natürlich dient und weil zu spannenden Szenen will ich nicht irgendeinen Popkitsch-Sound. Und selbst jetzt diese großen Filmmusikkomponisten, Williams oder wie sie alle heißen, natürlich machen die gute Musik. Letztens war ich irgendein Konzert, habe ich irgendwo gehört mit irgendeinem großen Symphonieorchester, einem tollen Dirigent, und die haben dann so von Williams ein paar so Hits gespielt. So wie zusammengestellt wie Sweet im Grunde, die wichtigsten Melodien. Und klar, das knallt und es ist im ersten Moment, ich war überrascht, ich habe zuerst nicht gewusst, boah, was ist das? Dann geht es ab. Und das Schlagzeug ist präsent und die Base fahren rein in der Tiefe. Es ist natürlich was los. Aber in kürzester Zeit merkt man, es ist extrem billig komponiert. Die Instrumentation ist oft großartig. Extrem schwer auch. Auch schwer. Und das machen aber selten die Komponisten selber. Die haben ganze Büros, wo einer zuständig ist für die Streicher, der kann das gut, der andere macht die Holzbläser, der dritte macht das Blech, der macht das Schlagzeug. Und der Komponist gibt vom Zimmer weiß es, der spielt das auf einem Klavier, auf dem E-Piano ein, deshalb midifähig ist. Und die kriegen dann diese Files von ihm und die müssen dann die Musik draus machen.

SPEAKER_01

But irgendwann hat er sich zeigen als Komponist, oder? Schwere Arbeit hat er schon gehabt, oder? Das glaube ich nicht.

SPEAKER_00

Also Philmusikkomponist muss man sich nicht als Komponist beweisen and then ausgewählt, sondern da muss man einfach die Karriere eines Filmmusikkomponisten there nachgehen. And that heisst, man muss halt präsent sein, man muss diese Kontakte pflegen. This is a ganz ein anderer Job, glaube ich.

SPEAKER_01

War das Mariconi, Morricone, wo er die Melodie geschrieben hat und seinen Neffe oder sowas?

SPEAKER_00

Am Schluss dann manchmal. Sein Sohn, glaube ich, hat das auch gemacht. Morricone, das ist schon, ja, das ist einmal noch alte Schule Filmmusik. Ja, und sauber. Und der schreibt ja auch wirklich für Orchester. Und das nehmen auch Orchester auf oder haben aufgenommen damals, die hat er selber dirigiert. Und ich habe einmal ein Interview mit Morricone gehört. Der ist jeden Tag um, glaube ich, um vier in der Früh aufgestanden, hat dann komponiert bis zum Frühstück. Und dann hat er seine Frau das Frühstück gerichtet, mit seiner Frau gefrühstückt, und dann haben sie den Tag verbracht. Super. Und er hat jeden Morgen von vier bis neun oder so, hat er seine fünf Stunden komponiert und das war's. Und am Nachmittag in Studio mit Orchestermusikern, die notes ausgeteilt. Das ist ein Traum, oder? Der ist ein Traum. Und der war ja tausend Films gemacht. And der kann aber komponieren. Ennio Morricone was dabei in Mailand with Luigi Nono and with these Komponisten. They have gemeinsam einen, die haben sogar in einem Radio gehört. Die haben Aufnahmen gemacht, die haben sich als Studenten getroffen und haben, wie heißt der, eine Wassermusik, ich habe es gerade was gespielt von ihm, auch der andere Italiener, Luigi Nono, dann der fleißige Volksleider. Merio war dort dabei. Und Ennio Morricone war aber auch dabei. Und noch ein paar. Und die haben dann sich abends getroffen und haben Instrumente getauscht und haben Aufnahmen gemacht. Die Bedingung war, jeder muss ein Instrument spielen, das er noch nie in der Hand gehabt hat. Also der Geiger kriegt die Posaune. Der Posaunist muss Cello spielen oder Geiger spielen. Und dann gibt es tatsächlich Aufnahmen, wie sie dann improvisieren. Das ist super. Und man würde es nicht glauben, wie toll und modern das klingt. Ja, das kann ich mir schon vorstellen. Das kommt natürlich aus der Posaune oder aus der Trompete, die normal, der Marikone gespielt hat, der war Trompeter.

SPEAKER_01

Also, falls ein paar Kollegen von mir zuhören, ich würde das gern machen. Wenn ihr Bock haben, bin ich dabei.

SPEAKER_00

Und da kommt genau das, wie man jetzt zum Beispiel Trompete spielt, wenn man nur noch Luftgeräusche macht. Weil der Geiger kriegt halt keinen Gartenton aus dieser blöden Trompete raus, ist ja klar.

SPEAKER_01

Instrumentenkunde. Perfekte.

SPEAKER_00

Gibt es echt tolle Sachen. Und der Morricone hat sich dann, im Mund ist es zum Luigi oder anderen, entschieden, er möchte Geld verdienen. Und er macht also viel Musik. Und die macht aber großartig. Es gibt ein Interview mit dem Lachenmann, wo man ihn fragt, welche Musik hören Sie eigentlich an, wenn Sie sich gute Musik anhören wollen? Und hat er geantwortet, Enjo Morricone.

SPEAKER_01

Das kann ich dazu stimmen.

SPEAKER_00

Das sagt er schon einiges. Und allein wie er instrumentiert und wie er eben wie er auch, wenn wir es letztes Mal gesprochen haben von Instrumentenbasteln selber. Was er für seltsame Instrumente dann einsetzt, plötzlich. Die ja sonst nicht so häufig vorkommen. Mit Maultraummeln und Peitschenknallen und alles mögliche. Also ist ja wirklich großartig. Seine Instrumentationen sind echt der Hammer. Ja, super.

SPEAKER_01

Eigentlich habe ich ein Video angeschaut, jetzt neulich, und Tolstoy hat gesagt, Kunst ist nicht ein Handwerk. Sie ist die Übertragung eines Gefühls, das der Künstler erlebt hat, oder? Stimmt das für dich?

SPEAKER_00

Ja, natürlich kann es so stimmen. Also die Diskussion Kunst, Handwerk oder nicht oder so, die ist schon ein bisschen, ja, weiß nicht, auch ein bisschen ausgetreten. Natürlich gehört zu vielen Dingen das handwerkliche Können und Wissen dazu. Also wenn ich jetzt für Orchester, wenn jemand für Orchester schreiben muss, dann sollte er mindestens eine Ahnung von Instrumentationslehre haben. Er muss wissen, was ist möglich, was ist der Tonumfang, mindestens das. Das wäre manchmal ganz gut. Noch besser wäre, wenn er Bescheid weiß, wie die Lagen unterschiedlich klingen, was technisch möglich ist, solche Dinge. Aber da hat man das Gefühl, da gibt es viele, die sich damit überhaupt nicht beschäftigen. Die tippen das ein in irgendein Programm und passt schon. Aber so Sachen sind natürlich wichtig. Also da gibt es natürlich viel Handwerkliches zu wissen. Auch wenn jemand, man wirft den, jetzt in der bildenden Kunst wirft man Künstlern oft vor, dass sie, wenn der Nitsch irgendwie ein Kübel Blut auf der Leinwand schüttet. Quasi das kann ich auch. Ich habe mir alleine gehabt, die sich furchtbar erregt, weil es wieder Leserbriefe gab in der Zeit in unserer tollen Zeitung, weil irgendeine so eine Aktion stattgefunden hat irgendwo in Niederösterreich. Und die das nicht verstehen. Und dann habe ich mit ihr gewettert, habe ich gesagt, sie kriegt von mir eine Kiste Champagner. Sie haben gesagt, das kann ich auch. Dann habe ich gesagt, das glaube ich nicht, dass du das kannst. Natürlich kann ich ein Kübel Blut auf eine Leinwand shootten. Dann sag ich, Max, du kannst eine ganz kleine Linewand nehmen. Wenn das 10x10 cm sind, bin ich zufrieden. Und shoot Blut drüber und bringst mir mit. When the weight gewünscht, ich sag, du kannst das nicht. Monatelang habe ich mir gesagt, was ist jetzt? Wo ist denn das Shitbild? Wo ist das Blutbild? Ja, ja, so einfach ist es dann auch wieder. Und zwar das Handwerkliche wäre jetzt in dem Fall, man kann schon besparnte Leinwände kaufen auf dem Teil. Aber da muss man dann schon wissen, mal wo, dann das Blut besorgen. Man will sich jetzt nicht unbedingt selber The Adern aufschneiden. Und das zu tun, erfordert jetzt weniger handwerkliche Sachen, sondern das erfordert schon wieder einen gewissen künstlichen Zugang. Dass ich mir auch nicht geniere, in ein Schlachthaus zu gehen und zu sagen, ja, ich hätte gern so und so viel 100 Liter Blut. Weil ich bin Künstler.

SPEAKER_01

Aber da komme ich dann zu das nächste, oder? Charles Eames kennst du, oder der Möbel-Designer, oder? Das stimmt für dich, glaube ich. An artist is a title you earn. Calling yourself an artist is like referring to yourself as a genius. Und das ist echt die Peinlichkeit, oder? Genau, das ist das. Also es ist echt peinlich zu sagen, dass ich ein Künstler bin, weil es ist dann zu sagen, ja, ja, ich bin ein Genie, oder? Und das sagen wenige Leute, aber es ist sehr schnell gesagt, ja, ich bin ein Künstler, nur weil man nie gespielt hat.

SPEAKER_00

Genau, genau, das ist ja mein Problem mit dem Begriff, dass man es halt so oft leichtfertig verwendet oder in unserer Zeitung, die ich heute schon mal erwähnt habe, gibt es nur noch Ausnahmekünstler. Also der Begriff Künstler ist schon nicht mehr genug, sondern es sind alles plötzlich Ausnahmekünstler. Dann möchte ich mit diesen Pulk oder in dieser Menge kein Teil sein. Das ist nicht. Wenn mich ein anderer sagt, Arbeit als Künstler ist okay. Klar, wobei ich eben, da ist da auch ein bisschen heikel, weil ein Komponist ist ja eher ein Komponist. Und das ist zu den Künsten hat die Musik ja nie gezählt. Sondern das ist dann schon wieder was anderes. Ein Schauspieler ist ein Künstler. Ein Tänzer oder eine Tänzerin, das sind Künstler, ein bildender Künstler, ist der Begriff schon so. Aber ein Komponist ist ein Komponist, ist ja kein Tonkünstler. Wenn jemand sagt, ich bin Tonschöpfer oder so, wird es einem auch schon leicht schlecht. Oder ich ein Tondich wäre noch übler. Was machen Sie? Ich bin künstlerischer Tondichter. Viel Vergnügen, den sollten Sie nicht anhören müssen. Ich brauche es nicht. Also diese Begriffe sind halt weniger, ich störe mich nicht an sich, sondern in der Verwendung.

SPEAKER_01

Ja, ich meine, man übt eigentlich eine Kunstform aus, oder? Das ist dann das, was eigentlich sein soll, oder? Aber man kann sagen, weil es einfacher ist, sagen mir alle Leute, ich bin Künstler halt, oder?

SPEAKER_00

Ja, ja, aber eben da sind dann schon alle Künstler. Und das ist ja auch okay. Deshalb haben wir irgendwo, wie jemand interviewt zu dem Begriff Künstler, sage ich ja, wir sind alle Künstler und wir sind alle erfolglos. Und weil wir ja krepieren. Also wir sind alles erfolglose Künstler. Aber noch einmal dazu, ich kann ja komponieren, jeder kann komponieren, wenn er will. Und das heißt aber noch nicht, dass er deshalb ein Künstler ist. Oder ich kann auch Bilder malen oder zeichnen, deswegen bin ich noch kein Künstler. Also ich glaube, das geht immer dann auch eck weiter. Klar kann man sagen, in der Volksschule, in der ersten Volksschulklasse im Zeichnen, ja, das sind alles kleine Künstler, die waren alle schöne Bilder. So geht es wieder, so kann man es verwenden. Aber heikel ist dann immer, wenn es eben in den Medien der Begriff so verwendet wird, noch dann mit dem Zusatz Ausnahmekünstler, da wagt es mir der Grausbirnen. Oder wenn es Leute von sich selber sagen, leichtfertigen, das hört man einem sehr, sehr oft. Das ist ja noch kurz das Problem mit dem, viele beneiden einen fast darum, dass man sagt, so schön, ein kreativer Beruf. Die wissen aber nicht, wovon sie reden. Das ist so wie der Oskar Wild einmal schön gesagt hat, wenn man unter Bank Jesus, die reden alle immer nur von Kunst. Wenn man sich aber unter Künstlern befindet, dann reden immer alle nur vom Geld. Da passiert eine gewisse Verwechslung.

SPEAKER_01

Ja, ich meine, für mich diese Idee, dass man dass man etwas schreibt, nur weil das Publikum das hören will oder möchte, ist für mich zu wenig. Mein Eindruck, wenn ich Komponist wäre, oder ich würde gern, oder ich meine, als Veranstalter versuche ich immer Sachen zu programmieren, dass die Leute noch nicht gehört haben, oder dass die etwas Neues erleben, oder? Wenn ich nur programmieren würde, was die hören möchten, dann mein Gott, dann bin ich wieder zurück bei Beethoven Twożak und weil sie das damals ja auch nicht hören wollten.

SPEAKER_00

Also Beethoven war ja nicht so unumstritten. Ja, zu seiner Zeit, ja, das ist schon klar. Aber jetzt, ich rede nur über jetzt. Ja, jetzt kann man das nicht machen. Und das ist klar, weil du auch Filmmusik gesagt hast, die müssen natürlich so schreiben, wie der Regisseur das dann auch will. Und weil er sagt, ich möchte ja, dass das Publikum in den Film geht. Und nicht sagt, boah, da ist schon so eine furchtbare Musik dabei, das kann man nicht anhören. Dort darf sie auch nicht so dominant werden, dass sie in Vordergrund ist. Es ist eine andere Aufgabe. Aber ich glaube, da gibt es einige Sparten, diese Gebrauchsmusik, halt, nenne ich das jetzt mal ein bisschen abschätzig. Was auch wichtig ist.

SPEAKER_01

Das hat einen Platz in unserer Gesellschaft.

SPEAKER_00

Aber diese Art Musik zu produzieren, die werden ein Problem kriegen mit der KI. Weil da glaube ich, da wird die KI sie sehr bald überholen. Die kann das bald besser. Traue mich wetten. Also Gebrauchsmusik zu machen. Also der KI sagt, ich hätte gerne Musik, die so und so und so klingt, die so wie von dem, aber da hätte ich gern, and so, dann liefert ihr es, und dann kann man sagen, ja, das ist schon ganz gut, jetzt hätte ich noch gern das dazu, jetzt hättet ihr noch gern das dazu. Und das geht dann natürlich viel schneller. Und davor braucht aber jetzt ein Komponist in dem Sinne wie ich ihn, oder du es verstehst, überhaupt keine Angst haben. Weil da geht es eben nicht darum, dass this product that is fertig ist, perfekt, schöne Oberfläche hat anders, sondern da geht es einfach um einen zutiefst menschlichen Ausdruck. And that möchte ich spüren. And da muss es nicht einmal, wenn man es ganz, muss das nicht einmal gut instrumentiert sein. So in dem Moment, wo ich spüre, da kommt eine innere Kraft raus. Ich spüre eine Person, die mir was sagen will. Sagen, nicht im Sinne von Sätzen oder Dinge ausdrückt, das nur ein Mensch erleben kann. Eine Maschine kann nichts erleben. Aber die kann es auch sehr gut kopieren.

SPEAKER_01

Auch wenn es einen negativen Ausdruck gibt. Ja, natürlich. Auch wenn etwas, wenn es unangenehm ist für einen Zuhörer oder so, ist das trotzdem eine Emotion, oder? Und da ist irgendwas, da ist ein Gefühl da. Und dann ich glaube, da hast du recht, da hat man irgendwas erreicht, oder?

SPEAKER_00

Und da geht es dann auch ins Künstlerische. Also dort wird es dann künstlerisch. Nicht jeder, der komponiert, ist ein Künstler, sondern jemand, der das schafft, dass er diesen Zugang, diesen fast psychisch, etwas aus seiner Psyche heraus ausdrückt, herausdrückt, rausquetscht, and das beim anderen irgendwie ankommt. Dann ist es, glaube ich, der künstlerische Aspekt unter den Dingen. Und das versuchen ja viele.

SPEAKER_01

Ja, und dann kommst du wieder zurück zu dieser Idee von Gefühl, dass man schon gehabt hat, dass man zu geben, oder? Weil es ist schwer for uns, glaube ich, irgendwas nachzuproduzieren, dass wir nicht selber gespürt haben. Aber das sind sicher andere Leute vielleicht im Publikum, die so etwas nicht erlebt haben oder gespürt haben.

SPEAKER_00

Ja, ja, wobei wir doch alle sehr ähnlich sind und sie ja schon kennen. Aber wir empfinden das anders. Man empfindet es anders und manche sind halt sensibler, sage ich einmal. Die nehmen halt Meldungen aus der Welt schwerer auf. Ich bin momentan sehr, sehr schwer. Was da auf mich einprasselt. Das war jahrzehntelang nicht so schlimm für mich. Und jetzt reicht es ein Punkt, wo ich es kaum ertrage.

SPEAKER_01

Sind wir, ich meine, das ist vielleicht interessant, wir sind vielleicht demonstrativer geworden, oder? Weil wenn ich überlege über Sachen, wo Leute dann raus in den Saal laufen oder sowas, oder? Der Mut, das zu haben, hat nicht jeder, oder?

SPEAKER_00

Naja, mich freustet das immer, wenn jemand aufspringt und den Saal verlässt und vielleicht sogar noch die Tür zuknallt, dann denkt man ja. Am liebsten sehr laut, ja. Ja, ich finde das eine tolle Reaktion. Warum nicht? Also wie da zu sitzen, sich zu ärgern und auszuharren, das ist ja nicht der Sinn. Ich habe noch nie was dagegen gehabt, wenn jemand, wenn jemand aufsteht und rausgeht. Natürlich, wenn es beleidigend wird oder so, dann ist wieder was anderes, oder? Wieder eine D-Geschichte, da kennst du, glaube ich, wie einer hat mir einmal nach dem Konzert angesprochen und gefragt, sagen sie, was soll denn das sein, was sie da machen? Und dann habe ich, ohne ihm zu sagen, dass ich John Cage zitiere, habe ich das Zitat von Cage hergenommen, habe ich gesagt, naja, Musik, ja, und dann hat er gehört, was das soll Musik sein? Wenn Sie mit dem Begriff Musik ein Problem haben, nennen Sie es halt irgendwie anders. Dann hat er mich kurz nachgedacht, bis er den Satz verstanden hatte. Und dann hat er mir angeschaut und hat gesagt, eins wollte man noch sagen, und am Adolf hätten sie das nicht überlebt. Ich war kurz schockiert, natürlich. Dann hat mir das aber, irgendein Musiker hat mich gesehen, wie mir der so nahe kommt und wie der auf mich so entspricht, so eindringlich. Und gesagt, was war denn das? Das hat der Quelle ausgeschaut. Dann habe ich ihm das erzählt, was ich jetzt gerade anhören musste. Und der fangt zum Lachen an und sagt, hat er ja recht. Und dann haben wir beide gelacht, ich auch, und gedacht, ja, stimmt. Eigentlich ist es ja ein Kompliment. Ich will ja keine Musik schreiben, die so einen Idioten gefällt. Das wäre das Schlimmste, was passieren kann, dass man Trump eine E-Mail schreibt und sagt, das hat mir so gut gefallen, das letzte Stück. Danke. Und da spürt man schon. Für gewisse Dinge geht es nicht oder Lahmann würde nicht so gut ankommen im Oval Office momentan, glaube ich.

SPEAKER_01

Das stimmt auf jeden Fall. Jetzt am 27. November haben wir Gerold Aman verloren. Und jetzt der Datum fällt mir noch, wann der liebe Rudy Spring uns verlassen hat. Ich kenne Rud sehr gut, nicht sehr, sehr gut. Ich kann es nicht so sagen. Ich habe mal ein Konzert mit ihm gespielt, allerdings Brahms und Wojak Klavierquartetten mit Jessica und Michi. And er hat Klavier gespielt. Und ich glaube, mein allererstes Hulbalco-Konzert habe ich auch Rudy Spring gespielt mit Johannes Schwendinger hat Bass gesungen, glaube ich. Genau, und gemischtes Ensemble. Genau. Ein sehr interessantes, interessanter Mensch. Das, was er geschrieben hat, hat mir immer gut gefallen. Ich habe jetzt, ich kenne nicht viele seiner Werke, aber ich habe jetzt die letzten paar Wochen mehrere Sachen jetzt angehört von ihm. Und ich muss sagen, es interessiert mich schon. Vor allem die Besetzungen manchmal sind sehr, sehr interessant gewesen, so Hackbrett und Ratsche und so. Ich finde das, aber es hat schon was. Das ist echt Klangfarben, oder? Das ist interessant. Also du kennst ihn oder hast ihn gekannt?

SPEAKER_00

Ich habe ihn gekannt. Ich habe ihn, als das Konservatorium in Bregenz gegründet wurde, so als Opposition zum Feld gehabt, Konservatorium, da war er, da sind ganz viele aus dem süddeutschen Raum nach Bregen gekommen, um dort im Konservatorium der Musik zu studieren. Und ich war zu der Zeit gerade bei der Militärmusik und habe einen Schlüssel gekriegt und konnte dort in der Musikschule Bregenz halt Klavier üben. Und dort habe ich ihn, dort war er, glaube ich, auch Studentenvertreter und so, da habe ich ihn irgendwie kennengelernt. Ich habe immer gewusst, dass er sehr gut Klavier spielt, vor allem sehr gut korrepitiert auch. Also im Ensemble-Spiel großartig als Solist habe ich nicht gehört, ist auch nie aufgetreten. Ich glaube, er war ja so der Ensemblemusiker und Korrepetitor. Das habe ich gewusst. Aber gehört habe ich leider einmal ein Streichquartett von ihm nur. Und das blöderweise, das war nur in der Video.

SPEAKER_01

Ja, das war auf der Leinwand.

SPEAKER_00

Ja, genau, bei Sexter und Töne vor ein paar Jahren. Und das hat mir jetzt nicht, das hat nicht funktioniert bei mir. Ich konnte kaum zuhören. Sonst weiß ich leider wenig von ihm. Okay.

SPEAKER_01

Er hat scheinbar Verwandtschaft nachher und das habe ich nicht gewusst. Ich habe gewusst, dass er früher in Ensonbert Plus haben die ein paar Sachen von ihm gespielt. Und das sind auch ein paar Aufnahmen von Ensonbore Plus, wo die seine Sachen spielen. Unsere Cellistin im Ensembl Plus kennt sie extrem gut. Die waren wirklich, wirklich sehr eng. Genau. Und eben die paar Begegnungen, die ich gehabt habe mit ihm, war ein originaler Mann, oder? Und ein sauguter Pianist. Wirklich ein unglaublich, er ist wirklich sehr tief reingegangen in diesen Rahmen- und Droger-Koartetten. Und ja, ich würde auch nie vergessen, die Menge von Stunden, die er geübt hat. Während wir im Gasthaus waren oder so, ist er dann weiter am Übungen gewesen. Es war ziemlich beeindruckend, irgendwie so diese Disziplin zu haben, um das so zu perfektionieren. Genau. Ja, er wird sicher vermisst. Und ja, ich hätte, glaube ich, gern noch ein paar Sachen von ihm gespielt oder neue Sachen mal ausprobiert. Jetzt wird man halt alte Sachen wiederholen. Was auch okay ist, oder? Aber Gerold hast du besser gekannt, oder? Gerold Amann habe ich natürlich sehr gut gekannt. Also ich meine, ich habe eine Begegnung mit ihm gehabt und das war bei meinem allerersten Konzert, wo ich als neuer Musikveranstalter veranstaltet habe. Wo du eine Bearbeitung von seiner Streichquität gemacht hast für sechs T, oder? Weil man kein neues Stück kriegen konnte von ihm, oder?

SPEAKER_00

Weil es war das eh zu spät. Ja, es war schon ein bisschen spät, war man dann. Na, mit dem Gerold, das ist mir ein ganz eigene, ich muss jetzt aufpassen, dass ich mich nicht verliere. Den kenne ich, seit ich 15 bin. Und zwar, da hat das erste Mal im Fernsehen gesehen von ihm. Und zwar hat diese Bühnenstücke in Schlinz auf der Ruine gemacht. Und damals, da gab es noch kein ORF-Studio vor Arlberg. Da sind die von Wien mit dem großen Übertragungswagen nach Schlinz gefahren und haben diese Stücke gefilmt und dann gesendet im Fernsehen, Österreich 1. Wir reden über Vorkriegszeiten, oder was? Nein, in den späten 70ern. Das war glaube ich 1977 musste gewesen sein. Also ich war 15, 15 Jahre alt, saß zu Hause im Wohnzimmer, mein Papa auf der Couch, irgendwo daneben in einem Stuhl. Und da kam am Abend, wo a bit later, Coca-Lore im Fernsehen. Ich habe mir das angeschaut, ich war völlig irritiert, das ist da. Ich habe einen Lachkrampf gekriegt. Ich bin am Boden gesessen, nicht mehr am Stuhl verloren. My Vater war so ernst und kennst du denn? Ja, klar, this is an Professor im Gymnasium in Bludenz, also Lachen nicht so blöd. Aber er hat sich selber das Lachen kaum verbeisen können. Und ich war wirklich fasziniert. Das ist ein erwachsener Mann aus dieser Welt, wie ich damals die Erwachsenen, die sind alle so vernünftig und so, und macht so ein komisches Zeug. Ich war hin und weg. Also ich habe wirklich geklappt, ich sehe nicht da echt, was da kommt. Und das war meine erste Begegnung. Und damals haben wir so gedacht, so jemanden würde ich gerne kennenlernen. Dass es solche erwachsenen Menschen auch gibt, das war mir nicht klar. Mit so einem Sinn für Frechheit, für Witz, für Wagemut, für auch Blödsinn produzieren, also unvorstellbar. Ich war wirklich sehr beeindruckt. Und tatsächlich war ich dann viele Jahre später, war er sogar mal mein Lehrer, kurz. Und dann wieder Jahre später waren wir sogar befreundet. Und wir haben sogar zusammengearbeitet. Ich habe mich irgendwann engagiert, eines dieser Burgspiele sogar zu machen, mit ihm zu machen.

SPEAKER_01

Wie hat das geheißen? Du hast mir gemacht.

SPEAKER_00

Vor Mikola, Ameisen starten. Ah ja, ja, genau. Und da haben wir zwei Jahre lang zusammengearbeitet und ich war ständig bei ihm zu Hause oder er ist zu mir gekommen. Also sind wir wirklich sehr viel aufeinander geklebt und haben auch sehr viel miteinander natürlich durchgemacht. Das war nicht so einfach. Und er hat mir erzählt, also solange er diese Spiele gemacht hat, sind die immer von Wien aus mit dem Übertragungswagen hergekommen. Weil denen in Wien war klar, dass das was ganz was Besonderes ist. Dann hat man das Landesstudio Vorarlberg gegründet und zweit Jahren haben es nichts mehr aufgenommen. Weil vor Allberger dann, ja, das ist halt, man kennt ihn so und dann hat es niemand diesen Wert. Und unser Stück ja damals auch. Da kann man einfach nicht. Da eifer das nicht aufgenommen, hat das nicht gefilmt.

SPEAKER_01

Das ist schade.

SPEAKER_00

Zwei Jahre lange Arbeit, einfach uninteressant. Mit über 100 Mitwirkenden. Also eine Riesengeste eigentlich. Und ja, es gibt wohl irgendwo einen Film, aber ich habe ihn noch nicht gesehen, ich weiß es nicht. Irgendwer hat das privat irgendwie gemacht und dann geschnitten auch und so und wollte dann halt irgendwie bezahlt werden dafür. Aber da wir das nicht bestellt hatten. Und so habe ich dann gesagt, Moment einmal, wo sind eigentlich die Urheberrechte? Der hat ja nie gefragt, aber das darf. Und eigentlich sind ja die Urheberrechte beim Gerold und bei mir. Also wie kommt er dazu, das zu filmen und nachher Geld zu verlangen? Könnte ja umgekehrt ich Geld verlangen. Also so, das war ein bisschen schräg gelaufen damals. Aber gut, na, er war eben, wie gesagt, am Konservatorium, weil ich ein Jahr war bei ihm im Kompositionsunterricht sogar. Und das Erstaunliche beim Gerold ist, dass er so in die 70er, 80er Jahren, 19er hat und langsam ein bisschen nachgelassen. Aber da war er wirklich eine der zentralen Künstlerfiguren im Land. Da kann man den Begriff jetzt verwenden. Und einer seiner Schüler hin ist Georg Friedrich Haas. Darf man nicht vergessen. Der ist bei ihm nicht im Kompositionsunterricht, aber der hat ihn im Gymnasium als Musiklehrer gehabt. Musiklehrer, ja. Und dem Haas ist sehr bewusst, wie wichtig er für ihn war. Also er war ein, der Gerold war ein Mensch, der frech war, politisch unbeugsam, der war oft sehr ungemütlich, glaube ich. Implanthaus Bregen, der, wenn ihm etwas nicht gepasst hat, ist in seiner Heutel gesessen und ist nach Bregen gefahren. Und hat sich die Leute her und gesagt, so jetzt möchte ich mal unter denen die Meinung gekeigt. Und nicht einmal. Also der war ein sehr aufrechter Kerl.

SPEAKER_01

Damals hat man da reinkommen können, oder dass man den Unterhose zeigen muss.

SPEAKER_00

Der hat sehr viel Musik gemacht, natürlich. Und da wären wir jetzt auch bei dem Thema Herkunft.

SPEAKER_01

Aber wenn ich jetzt kurz zurückgehen kann, also was du gesagt hast, dass er dasselbe aufgenommen hat, der Film aufgenommen hat, das wird was, was viele Leute nicht merken, oder? Die Menge von Arbeit, die wir rundum leisten, um irgendwas zu machen oder sowas, das wird kein Mensch irgendwie merken, oder? Und genau so was wie, du hast mir mal gesagt, wegen dem Kübel Wasser, oder was war das? So, rauf runter gehen mit dem Kübel Wasser oder so, jemand musste das machen.

SPEAKER_00

Ja, ja, möglicherweise.

SPEAKER_01

Aber solcher Aufwand, oder dass man leistet da, um möglicherweise 50 Leute zum Glück machen, oder? Und das ist, ja, es rentiert sich. Sorry, ich wollte dich nicht umsagen.

SPEAKER_00

Nein, nein, nein, kein Problem. No, no, Kübel Wasser weiß ich nicht. Es gibt so viele Wasserkübel in meinem Leben. Das kann ich mir vorstellen. Verschüttet.

SPEAKER_01

Aber war das nicht etwas mit der Schulwart oder so was, wo man mitmachen musste bei dem Ruine, bei dem Ruine. Und irgendwas musste passieren und ja.

SPEAKER_00

Ich weiß es nicht. Lustig war, da gibt es so viele lustige Anekdoten. Wie man das in Schlins produziert hat. Das war einfach wirklich zwei Jahre lange Vorarbeit. Und das ist natürlich mit Laien. Gerold sein Ding war immer, er wollte immer auch musikalisch Dinge machen, ausgenommen natürlich seine Streichquartete oder so, wo er mit Laien zusammenarbeiten kann und hat dann Dinge gesucht, die ein Laai genauso gut kann wie ein Profi. Also das kann sein, zum Beispiel Motorradfahrer. Da brauche ich nicht unbedingt einen Profi. Da finde ich in meiner Gemeinde Jungs, die können das genauso gut. Oder juchzen oder jodeln. Da muss ich keinen Profisänger engagieren, die können das meistens nicht so toll wie irgendwann in Schlinz einen findet, der einfach toll juchzen oder jodeln kann. Solche Dinge haben ihn halt interessiert. Und er war natürlich, darf man nicht vergessen, er hat viele Sachen gemacht, die dadurch, dass sie halt hier stattgefunden haben und nicht in irgendeinem Zentrum der Welt, sind sie nicht so populär geworden. Aber allein, was er mit seinen Naturaufnahmen, die er dann übertragen, transkribiert in Instrumente hat oder so, da war er eigentlich sehr, sehr nah am Polsterzeit.

SPEAKER_01

Ja, ich meine, Gibbons-Gesänge, oder? Das ist unglaublich, wie er da, ich meine, er hat natürlich sehr viel geforscht, oder? Aber das ist dann das, was ich gemerkt habe, oder vor fünf, sechs Jahren, sagt man so, wo wir Lucy gespielt haben in Donovan, oder? Und wo ich dann umgedreht habe und die haben die Partitur auf der Leinwand gezeigt, ich glaube, es war auf der Leinwand, oder? Und da steht dann Lucy rein in die Partitur geschrieben mit den Noten, oder? Ich habe in dem Moment gedacht, also das Stück hat der ewig hergeschrieben. Und zu einer Zeit, wo da kein, da war wahrscheinlich keine Internetverbindung da zu der Zeit, oder das war dieser Dial-Up-Mode und Dings mit Klänge, oder? Wo man dann 20 Stunden warten muss, bis man überhaupt etwas suchen kann. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ist er drauf gekommen, dass andere Leute in der Welt sowas gemacht haben, oder? Und mittlerweile, wir schauen sowas an und denken, ja, nah, das ist schon ein altes Ding irgendwie. Aber allein ist es etwas, wo er selber drauf gekommen ist, oder? Ich kann mir nicht vorstellen, dass in Vorarberg, ich meine, vielleicht hat er Kontakte in Wien gehabt, wo er dann Leute gesehen hat, dass jemand anders das gemacht hat und so. Aber es ist trotzdem erstaunlich, dass er sowas gemacht hat hier im Voralberg. Und wie viel eigentlich Foralberg ihn zu bedanken hat, oder? Das ist das, was ich in dem Moment gemerkt habe, oder? Ich meine, ich kenne nicht viel von seinen Sachen, oder? Leider.

SPEAKER_00

Ja, ich kenne viel von ihm. Ich habe einmal, da war ich in Wien, da war ich noch in Bonn am Gebirge, Klavierlehrer, da habe ich am Mittag eine Programmvorschau im Ö1, jetzt kann ich es am Nachmittag um 4 oder um 16 Uhr gespielt. Ich glaube, es war, ich weiß nicht, kannst du jetzt nicht beschwören, ein rumänisches Orchester oder so, sein Orchesterstück Fensterflügel und Nachtigall. Und ich habe sofort die Schüler an telefoniert und die Stunden verschoben. Ich habe mir ein Transistorradio besorgt, damit ich mir das anhören kann. Und war beeindruckt von der Qualität, wie toll das gespielt war. Ich habe das in Vorhalberg auch mal gehört, da hat es mich nicht so beeindruckt. Wenn das natürlich von außerhalb kommt, wirkt es natürlich ganz anders plötzlich. Das wirkt ganz, ganz anders. Und seine Sahn sind schon rausgegangen, auch in Deutschland hat er einige Auftritte gehabt und so. Auch dann über Peter Herbert, ich glaube sogar in New York einmal, diese Haasgeschichte. Ich habe zufällig gesehen, die Claire Anna, wie heißt sie, die Wienerin, die bei uns gesungen, die Claire Hauf, die hat damals die Haasgeschichte gesungen. Deshalb war mir gar nicht klar. Also er hat schon eigentlich einen guten Freund gehabt in Russland, irgendwo, wo ich ganz jung war. Also ich war, ich glaube, 17 oder so, war ich im Jahr bei ihm Kompositionsschüler. Da hat er mir in Fellkirch hinterm Konservatorium gesagt, ah Gerald, komm her, darf ich dir vorstellen, das ist der Annestis Logothätes. Und da habe ich dem Annestis Logothes die Hand geschüttelt und der Geralt hat gesagt, das ist mein bester Student hier, das ist ein junger Komponist und dabei, ich habe überhaupt noch nichts komponiert. Ganz komisches Kleine Sahne. Aber der Gerald hat auch geglaubt an die Leute. Und er war wahnsinnig ein freundlicher Mensch auch. Also menschenfreundlich. Das heißt nicht, dass er nicht böse werden konnte, aber er war so grundsätzlich unwahrscheinlich ein liebenswürdiger Mensch.

SPEAKER_01

Er wird vermisst. Das ist klar.

SPEAKER_00

Der wird vermisst, ja. Aber eben, Thema, bei ihm, beim Gerald hat man zum Beispiel immer gehört, woher er kommt. Also es gibt so Komponisten, da ist die Herkunft ganz entscheidend. Und das ist aber nicht bei allen. Bei manchen merkt man es gar nicht, da können von irgendwo kommen, von einem anderen Stern. Das würde nicht auffallen. Und es gibt aber so Komponisten, wo das sehr stark hörbar ist. Komischerweise, wenn man das überlegt ein bisschen, sind das die skandinavischen Länder, wo man es immer noch hört. Immer noch. Ich habe das Gefühl, Sariao, so hat man hört. Selbst Argobert oder Sophia, jetzt nicht Gabinal, aber Russisch, die Gubaidolina, höre ich sofort, es ist Russisch. Okay, aber wie? Ich weiß es nicht wie. Oder wenn du Gyorgi Kurtak hörst.

SPEAKER_01

Aber das ist ein atmosphärischer Gedanke, glaube ich, weil an der Harmoniestruktur sollte man sich nicht wirklich damit orientieren können, oder?

SPEAKER_00

Ja, ja, deshalb gibt es etwas, das offensichtlich tiefer liegt. Oder wenn ich Kurtak höre, höre, das ist Ungarisch. Ich weiß nicht warum.

SPEAKER_01

Also meine Theorie dahinter, und was ich jetzt nachgedacht habe, ist, es hat viel mit Landschaften zu tun auch, oder? Und wenn du an diese nordische, skandinavische oder russische Landschaften siehst, oder das ist alles relativ flach, oder? Wenn wir reden über Finnland, Estland und diese Länder oder nicht Norwegen oder so, wo es dann übel wird, oder? Aber das ist für mich dann. Grönland. Genau. Reden wir vor sich halber nicht darüber.

SPEAKER_00

Immer lieber über Estland. Genau. Grönland, weißt du, ich habe jetzt zum Beispiel noch keine Musik gehört jetzt. Spielt man bei uns nicht so oft, die grönländischen Komponisten.

SPEAKER_01

Ja, die haben eh nur Öl, oder? Scheinbar. Es ist eh wurscht, wie viele Menschen da leben. Die haben Öl. Das ist alles, was richtig ist.

SPEAKER_02

Die versuchen alle die amerikanische Hymne jetzt zu instrumentieren.

SPEAKER_01

Alles wurscht. Genau. Nein, aber für mich ist das schon eine Theorie, oder? Oder das ist das, was ich glaube, oder? Die schreiben eher in dieser flächigen Idee, oder? Dass es dann nicht alles, was die schreiben, natürlich, oder die haben schon Höhen und Tiefen, das ist schon klar, oder? Aber allein Perth, oder? Aber Perth, das ist sehr so horizontal gedacht, oder? Aber rein, ich meine, Sprache hat auch was natürlich damit zu tun, oder? The Linguistik dahinter, das ist dann wie wir die Sprachen hören. Aber das Problem ist, dass mittlerweile alles so viel auf Englisch orientiert ist. Mittlerweile, dass diese Tradition von ich bin Russisch oder ich bin Deutsch oder sowas, ich schreibe nur so, wie ich das klingt für mich, oder? Das gibt es auch mittlerweile wenige, glaube ich, oder? Und da kommen wir dann zu dieser Globalisierung von, wie die Hochschulen das beibringen oder wie die das unterrichten, oder? Und für mich, was ich gedacht habe, ist, wenn man an Asien denkt zum Beispiel, das ist eher ein, die waren kommunistisch geprägt, ziemlich stark, oder? Und das ist dann eher ein Sovjetunion Ausbildung, das die da bekommen haben. Wenn man denkt an Afrika, ist Englisch Holland in Südafrika, Nordafrika, Französisch-Deutsch, USA sind sowieso Europa oder Sklaven aus Afrika genommen, oder? Daher kommt es ja im Prinzip. Und wenn man in Indien, Englisch, so weiter ein Kolonialismus-Problem. Und wenn man jetzt Asien zum Beispiel sieht, oder die lernen in eine sehr ähnliche Stilrichtung, wie das in Rusland unterrichtet wird, oder? Allgemein musikalisch, oder? Die lernen so Technik wird sehr geprägt, oder? Diszipliniert, das und das und das wird gemacht, oder? Südafrika ist sehr prüfungorientiert, wie die Engländer. Die Engländer hat ja das System. Genau. Da hat man dieses System von was hat man geschafft, was hat man erreicht. Es ist auf dem Schüler bezogen, aber nicht an, was der Schüler damit machen kann, oder? So quasi, wir schauen, dass du deine Ausbildung bekommst und dann viel Spaß damit, oder? Indien ist sehr ähnlich, aber die sind sehr geprägt auch vom noch, die sind, finde ich, am meisten geprägt vom Der traditionellen Musik, das die noch haben, oder? Was war das? Ich habe schon nachgedacht. Du merkst, dass ich Recherche gemacht habe. Ich krieg langsam Angst. Aber das ist für mich dann und der Unterschied ist jetzt eben die europäische Seite, oder? Die bringen bei, wie man sich weiterbilden kann, oder? Dieser Nachdenken oder wie heißt das? Freidenken. Freidenken und man arbeitet mehr an the künstlerische, the individueller aspect. And that we are in a situation where global given is the tone is not relevant. So we have not this feel that this is in an Asiatische Richtung. From the harmony her redeeming.

SPEAKER_00

But when Tandun zum Beispiel has in Europa studied, but the stuff from him hear so far, it is Asiatic.

SPEAKER_01

Would then the understanding of Weltmusik and woo der ernster, classische Musik? Classic is a schwierige begriff.

SPEAKER_00

It's a schwierige begriff in dem Fall. Wie soll ich sagen, der Instrumente, die vorkommen in einem Land? Das sind die auch, das tun sie ja in Indien auch. Die verwenden dann die Instrumente, die sie haben. Oder Japaner, die bei uns studieren und die dann plötzlich für japanisch-traditionelle Instrumente mit einbeziehen in das Ensemble, das sonst sehr westlich ausschaut. So sagen, das kommt schon auch und das ist aber deswegen noch lange Weltmusik. Glaube ich nicht. Ich glaube, dass es viel über welche Instrumente verwendet werden. Da hört man mal schon ganz viel, woher jemand kommt.

SPEAKER_01

But when ich an compositionsaft an dich gib and say, I will that it's with an Uhadi gemacht in Südafrica, would this klingen like a Südafricanische Componist, or would this cling this klingt as well? But the instrumentation is healthy from which land du command or so, nature can sit and say, Yeah, I need a Südafrikanische Melodie, but then hast du etwas Tonales dabei, oder? Tonal darf es auch sein, oder? In neuer Musik, anscheinend.

SPEAKER_00

Genau. Das kommt mehr, immer mehr jetzt, und so quasi die neue Einfachheit. Richtig. Da hat man hier den Avoper dabei und so all die möglichen natürlich auch Amerikaner. Die Post-Post-Postmoderne, da geht ganz vieles wieder, was vorher undenkbar gewesen ist. Klar. Aber wenn du jetzt zum Beispiel sagst, nimm a Gongset, so wie es in der Gamelan-Musik verwendet ist, ich glaube, da kann man komponieren, wie man will. Das klingt dann immer nach Tibet. Da kommst du nicht raus. Also es gibt schon je nach Instrumentarium, das man verwendet. Klar. Dann die Sprache, ist klar, aber warum zum Beispiel höre ich beim Jacquintos Chelsea, höre ich nicht, dass er aus Mailand ist. Beim Salvator Scharino höre ich aber sofort, das ist ein Italiener. Das ist auch komisch, oder? Also natürlich, es geht auch darum, wo studiert man, wo lernt man? Bei wem hat man Unterricht? Wenn jetzt Asiatische, Chinesische oder Indische oder aus Japan viele zu uns kommen, also zu uns nach Mitteleuropa kommen und studieren, klingt es natürlich anders, wie wenn jetzt jemand von uns sagt, es wäre interessant, wenn ich sollte, ich gehe nach Peking in Komposition studieren, das wäre aber eine interessante Sache. Oder ob ich dann dort auf einen deutschen Kompositionslehrer trifft, das weiß ich nicht.

SPEAKER_01

Aber ich glaube nicht, dass du etwas, ich glaube nicht, dass du etwas Neues lernen würden. Wenn du etwas Neues lernen möchtest, dann musst du in der Ethnomusikologie Abteilung gehen. Weil dann lernst du über die Instrumente, wo du die Informationen kriegen möchtest. Ich glaube, das ist das, was spannend ist an der Geschichte, oder? Ich glaube aber, dass die meisten Lehrer und Professoren, die ummannt sind, sind eher westlich angestellt, oder die sind westlich, europäische oder amerikanische Lehrer, die angestellt sind. Oder gewesen, und jetzt ist das weitergegeben, oder? Ich meine, ich rede ziemlich stark an der Situation, weil ich aus einem Land komme, wo genau so eine Situation hat, oder? Und wir haben diese Tradition von England, oder? Aber die Afrikanskinder sind anders aufgewachsen, oder? Die kommen aus einer holländischen Tradition, wo es dann anders musiziert wird zu Hause. Oder ob ich aus einer Englischer Family, eigentlich gemischt, so, das ist ein bisschen ein schwieriger Beispiel. Aber es ist eine ganz andere Situation, oder? Und ob du ein Englisch oder ein Holländischer stammender Lehrerin oder Lehrer-Professorin gehabt hast, war ein leichter Unterschied in wie man erzogen wird, oder? Okay. Wie man erzogen wird als Schuler oder as Studentin, oder?

SPEAKER_00

Das ist dann nichts, ja.

SPEAKER_01

Und deswegen, eben diese holländische Richtung, da war mehr dieser Freidenken gegeben, oder? Und die englische Richtung war eher so, ja, wir machen unsere Prüfungen, wir machen unsere Tonleiter, wir gehen durch das System.

SPEAKER_00

Ich habe eine englische Schülerin, die genau dieses System, nach dem System unterrichtet werden will. Genau. Und ich streue mich immer ein bisschen dagegen. Und sie will sicher nichts anderes machen. Sie will nichts anderes machen. Sie ist nichts davon abzubringen. Und wenn ich hier ein anderes Stück bringe will, macht sie nicht. Die sagt, sie ist da nicht drin in diesen Heften.

SPEAKER_01

Genau.

SPEAKER_00

Und sie will genau nur diese Heften und fahrt dann auch tatsächlich nach London, um diese Musikschulprüfungen nachzuholen, obwohl sie in meinem Alter ist.

SPEAKER_01

Ja, genau. Ich meine, ich bin damit aufgewachsen, ich bin alle Stufen durchgemacht, alle Diploms dann nachher gemacht. Und es ist dann, es ist echt verrückt, oder? Aber als Lehrer ist es ein Traum. Weil du musst nicht dran denken.

SPEAKER_00

Also ist es sicher toll, für mich als Schüler hätte es nicht funktioniert. Ich hätte das nicht mich gemacht.

SPEAKER_01

Das sagst du jetzt. Aber wenn du in mein Land aufgewachsen wärst, wäre es ganz was anderes. Wenn du anders erzogen bist. Und das ist genau das, was ich meine. Wir sind von unserer kolonialen Vorfahren, Vater, geprägt. Und wir würden immer so bleiben. Ihr seid, wir seid, wir, jetzt kann ich auch sagen, wir sind in einer Luxussituation hier, weil wer war das vorher? Niemand.

SPEAKER_00

Ja, ja, klar. Wir sind ja nicht kolonialisiert.

SPEAKER_01

Genau. Ganz kurz einmal, fünf oder sechs Jahre lang.

SPEAKER_00

Ja, gut, aber wie du richtig gesagt hast, du bist natürlich ein schwieriges Beispiel.

SPEAKER_01

Das sowieso. Na, aber ich glaube, dass das gilt auch für die anderen Länder. Australien, Neuseeland ist genau das gleiche. Südamerika ist amerikanisch geprägt, oder? Sind auch natürlich Argentinien auch deutsch orientiert.

SPEAKER_00

Klar, aber dort, ja, zu Argentinien oder dort in der, dort kommt jetzt immer mehr, dass sie halt dann so folkloristische Elemente mit einbauen. Aber das ist ja auch nicht das, was ich, was ich jetzt, was ich so toll finde.

SPEAKER_01

Jetzt ein schwieriger Beispiel, und das ist jetzt eine sehr gefährliche Frage. Wie ist das mit der Religion gewesen? Genau gleich. Und genau dasselbe Problem, finde ich, haben wir jetzt mit der neuen Musik. Es ist kein Problem. Aber ich finde es schade, dass dieser nationale Nationalismus, musikalischer Nationalismus, verloren gegangen ist, oder? Oder nicht verloren gegangen ist. Aber wir würden das immer durch die World Musik oder Weltmusik weiterkriegen. Und das finde ich super, oder? So wie der australische Komponist, wie heißt der? Thorpe. Skull Thorpe, ne?

SPEAKER_00

Skull Thorpe, ja. Den habe ich kennengelernt tatsächlich.

SPEAKER_01

Mit seiner Digi-Redo Konzert, äh, Streichquartett, oder? Digeridoo und Streichquartett, Quintet für Digi-Redo.

SPEAKER_00

Ich war auf irgendeine Uraufführung zufällig in Sydney. Und habe gesehen, da gibt es ein Konzert von dem Skullshorp, Peter, Skullthrope. Und bin dorthin und habe mir auch gleich vorgestellt als Komponist aus Wien. Er war sehr nett.

SPEAKER_01

Der Komponist aus Wien.

SPEAKER_00

Ja, ja, der war natürlich sehr, sehr nett. Und die haben auf so allen möglichen Instrumenten gespielt. Und der hat einen Assistent dabei gehabt, der hat immer das Gespräch quasi abgefangen. Ich dachte, dass ich auch keinen falschen Satz sagt zu dem verehrten Meister. Und nach dem Konzert sind wir beieinander gestanden mit dem Glas Wein und dann sagt er zu mir, ja, und wie hat Ihnen denn mein Stück gefallen? Und dann habe ich frech, wie ich war, damals Jugend, da habe ich gesagt, naja, für das, dass das alles nur improvisiert war, war es ja ganz nett. Aber es ist ja nicht ihr Stück. Wenn ich irgendwelche Leute hinsetze und sage, improvisiert los, dann der Assistent hat mich fast erschlagen, der hat so ein Gesicht, hat gesagt, das war furchtbar. Und das gehört so, schaut mich an, ganz prüfend, und sagt, warum haben sie das gemerkt? Das war nach drei Sekunden klar, dass da überhaupt, das ist nicht komponiert, sondern die tüdeln da auf ihren auf diesen australischen Instrumenten herum. Und habe gesagt, warum haben Sie keine Zeit gehabt, waren sie zu faul, so etwas zu schreiben? Und von dort weg haben wir uns eigentlich sehr gut verstanden. Also er hat Humor gehabt. Und ja, klar, hast du ja recht. Wobei der Assistent hat wild widersprochen. Das wäre ganz eine komplizierte Partitur und was ich überhaupt glaube, so blöd daher zu reden. Und das Karlsag hat zu mir gesagt, Augen zwinkend und hat gesagt, ja, sie haben ja recht, natürlich.

SPEAKER_01

Und das hat er alles auf Deutsch verstanden.

SPEAKER_02

Nein, wir haben es nicht auf Französisch unterhalten.

SPEAKER_01

Nein, aber ich finde, dass wenn wir jetzt auf, was du sagst mit dem Instrumenten, ist genau richtig, oder? Aber dann muss man wieder zurück auf Lachenmann gehen, oder wo er dann versucht, alles möglich zu machen auf diesem Instrument, oder? Und dann kommen wir auf eine Stilrichtung, wo wir uns orientieren, quasi, oder wo wir dann sagen würden, und wo dann, das ist jetzt gefährlich zu sagen, aber bildungswürdig wert, oder? Von einer neuer Richtung zu gehen, oder das meine ich, oder so. Das Weiterdenken idee. Ich meine nicht, bildungswürdig ist falsch.

SPEAKER_00

Ich weiß auch nicht, wie man das sagen soll. Aber klar, und das gibt es ja dann, diese verschiedenen Strömungen. Und die sind wieder, die sind natürlich wieder zuschreibbar der Herkunft, oder? Ich kann ganz klar sagen, Musik konkret instrumental, das ist Deutschland, das ist halt Lachenmann. Und jetzt seine Schüler halt. Und hingegen die Musik konkret, das ist einfach Frankreich, das ist Grise und wie sie alle heißen. Also da haben wir dann schon wieder, da haben wir dann wieder, da macht wieder die Herkunft tatsächlich was aus. Das ist irgendwie interessant.

SPEAKER_01

Aber die Namen kommen erst immer nachher. Ja, klar, die kommen immer nachher. So wie in die Epochen früher oder romantische Epochen war nicht so, oh jetzt fangen wir in der romantische Epoch an. But man braucht etwas where neu is before it is, an arm to become. But it is a still rich that then weltweight genommen.

SPEAKER_00

Genommen, yeah.

SPEAKER_01

But copied out the world.

SPEAKER_00

Yeah, yeah, and also in other regions, and where then technically new Klangfarbentechniken aufgenommen werden in an other context.

SPEAKER_01

But I think when you Kurtak nimmst und uh Sariavo and Aho, these nimmst, dann is this machbar or is it hörbar, wood her kommen, glaube ich. But when we have the punch from Lachenmann kommen, dann wird es schwierig. When we instrumentenforschung machen anders, what can I have to do? Ich glaube, das könnte dann schwierig sein, oder? When man fängt nur drauf zu klopfen and Rhythmus zu machen auf dem, oder? Weil jeder Flöte wird auch anders bringen. Jeder japanische Flöte wird auch anders klingen, oder? Und dann ist es schwer zu unterscheiden, ist es eine normale Traversflöte gewesen oder ist es eine japanische Flöte gewesen. Weißt du was?

SPEAKER_02

Ja, ja, klar. Aber das ist ja auch wurscht.

SPEAKER_01

Manche Leute, die das Podcast anhören, spielen flöte. Ich hab's nicht gesagt.

SPEAKER_02

Kann ich nichts dafür.

SPEAKER_01

In der nächsten Folge von Opus Null beschäftigen wir uns mit der Frage, wie kann Musik notiert werden, wenn Noten nicht mehr ausreichen? Wir sprechen über grafische Notation and über Instruktionsgrafiken. Bezeichnungen, Zeichen and visuelle Anweisungen. Das alles in der nächsten Folge von Opus Null. Wir freuen uns, wenn ihr reinhört.